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#ResponsibleAI: Künstliche Intelligenz und Verantwortung

Piron Guillaume auf Unsplash

Das Gesundheitswesen sucht die Balance zwischen technischen Möglichkeiten und menschlicher Verantwortung.

Ob das Fitness-Armband oder die App-gesteuerte Vernetzung von Ärzten, Apothekern und Patienten: Hinter diesen Helfern steckt vermehrt Künstliche Intelligenz (KI). Neue Methoden in der Diagnostik werden KI-assistiert entwickelt, Entscheidungsgrundlagen für eine Therapie maschinell vorbereitet. Entscheiden wird der Mensch weiterhin – und er trägt die Verantwortung

Von Jan Thomas Otte

Der Sommerurlaub ist vorbei und viele haben ihn entweder mit Google Maps verbracht, einer anderen App oder doch der guten alten Landkarte. Ob ein sich andeutender Stau auf der Autobahn bei der Routenfindung oder das wachsende Karzinom bei der Krebsvorsorge: Eine einfache Entfernungsrechnung kann der Mensch vornehmen, auch eigene Erfahrungen mit einbringen. Aber die schiere Menge an Daten von zehntausenden Nutzern in der gleichen Situation direkt auszuwerten, das überfordert uns in dieser Komplexität und Geschwindigkeit. Entscheiden müssen wir trotzdem.

Markus Bönig ist fest der Meinung, dass KI-Systeme schon bald ihren Durchbruch erleben werden, in einem schleichendenden Prozess, flächendeckend. Gerade im Gesundheitswesen bedürfe KI aber einer genauen Risikoabschätzung. Das Nichtergreifen der Chance bestimmter Techniken wäre allerdings das größte Risiko, so Bönig. Vor acht Jahren hat der 44jährige Diplom-Kaufmann beim IT-Riesen Cisco dafür seine Festanstellung gekündigt. Mit seinen KI-Startups will er noch mehr „Impact“ generieren. Der Geschäftsführer von vitabook und Qonsilus, einem KI-Anbieter im Gesundheitsbereich, beschäftigt heute 25 Mitarbeiter.

Kraftverstärker menschlicher Fähigkeiten

Künstliche Intelligenz versteht Bönig als Kraftverstärker eines Teils menschlicher Fähigkeiten. Am Ende trage, ähnlich wie beim selbstfahrenden Auto, immer noch der Mensch die Verantwortung darüber, wieweit die KI-Assistenten teil- oder voll-autonom eingesetzt werden. „Sie selbst entscheiden darüber, ob Sie nur den Abstandsassistenten nutzen oder komplett die Hände hinterm Lenkrad verschränken“. Bönig sieht in KI entscheidende Verbesserungen, besonders im Umgang mit Fehldiagnosen und Therapieentscheidungen. „Der Mensch ist in seinen Entscheidungen fehlbar, kann komplexe Fakten nur bedingt überblicken und berücksichtigen und kennt aktuelles medizinisches Wissen häufig gar nicht und neigt natürlich auch zur Selbstüberschätzung“.


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