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Nach Deutschland kommen mehr arbeitswillige Zuwanderer

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OECD-Studie: Zahl der Flüchtlinge aus Krisenländern sinkt deutlich

Paris (AFP) – Nach Deutschland kommen deutlich weniger Flüchtlinge aus Krisenländern, dafür aber mehr Arbeitswillige aus östlichen EU-Staaten – das geht aus einer am Mittwoch veröffentlichte Studie der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) hervor. Danach wanderten zuletzt vor allem Rumänen, Polen und Bulgaren nach Deutschland ein. Syrien rutschte 2017 auf Platz vier der häufigsten Herkunftsländer. Auch in den meisten anderen OECD-Ländern sind die Flüchtlingszahlen rückläufig.

Viele Zuwanderer, die etwa aus Rumänien nach Deutschland kommen, seien qualifizierte Fachkräfte, sagte OECD-Migrationsexperte Thomas Liebig der Nachrichtenagentur AFP: “Wir sehen steigende Zahlen bei der Arbeitsmigration aus dem Westbalkan. Sie ersetzt zunehmend die Migration aus mittel- und osteuropäischen Ländern”, fügte er hinzu. Polen entwickele sich hingegen zunehmend selbst zum Empfangsland für Arbeitskräfte.

Die Entwicklungen zeigen sich der Studie zufolge auch auf dem Arbeitsmarkt. Im Jahr 2018 hatten fast 70 Prozent aller Zuwanderer in Deutschland einen Arbeitsplatz. Das ist ein Plus von 1,4 Prozentpunkten im Vergleich zum Vorjahr.

Der Zugang zur Beschäftigung blieb demnach jedoch weiter für bestimmte Gruppen schwierig, insbesondere für junge oder gering gebildete Menschen. Auch zugewanderte Frauen sind noch immer im Nachteil: Sie erhalten niedrigere Löhne im Vergleich zu einheimischen Frauen und eingewanderten Männern der selben Altersklasse.

Wie viele andere OECD-Länder konzentriere sich auch Deutschland derzeit zunehmend auf die Integration von Geflüchteten, sagte Liebig. “Deutschland ist das Thema Integration positiv angegangen”, betonte er. Als vielversprechenden Ansatzpunkt sieht er Integrationsprogramme mit einem Fokus auf Frauen: “Die Integration zugewanderter Frauen hat einen extrem hohen Einfluss auf die Integration ihrer Kinder”, sagte Liebig.

Verglichen mit den anderen OECD-Staaten ist Deutschland das zweitbeliebteste Einwanderungsland nach den USA. Dennoch gab es einen Rückgang, vor allem bei Asylanträgen: Im vergangenen Jahr wurden in der Bundesrepublik rund 160.000 Asylanträge gestellt, gut 18 Prozent weniger als 2017.

Die Daten spiegeln den internationalen Trend: 2018 wurden in den OECD-Ländern durchschnittlich rund 35 Prozent weniger Anträge auf Asyl gestellt. Auch die Zahl der registrierten Flüchtlinge ging um insgesamt 28 Prozent zurück. Einen deutlichen Anstieg gab es hingegen bei der temporären Arbeitsmigration. Sie erreichte 2017 den höchsten Wert seit Beginn der Aufzeichnungen vor über zehn Jahren.

Die OECD hat insgesamt 30 Mitgliedsländer, darunter die USA, Deutschland, Italien, Großbritannien, Mexiko und die Türkei.

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