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Blockchains im Lieferkettenmanagement

Marco Philippi auf dem #HackSCT19 (Foto: Max Lautenschläger / VW)

Das Interview mit Marco Philippi, Leiter Strategie Beschaffung bei der Volkswagen AG

Welche Nachhaltigkeitsherausforderungen stellen sich in der Lieferkette eines Automobilkonzerns? Und wo können digitale Technologien unterstützen? Das CSR MAGAZIN sprach darüber mit Marco Philippi, Leiter Strategie Beschaffung bei der Volkswagen AG. Das Gespräch führte Achim Halfmann.

CSR MAGAZIN: VW, Audi, Porsche …: Sind nachhaltige Lieferketten eine gemeinsame Aufgabe im Volkswagen-Konzern oder arbeitet jede Marke für sich?

Marco Philippi: Das hängt an den konkreten Produkten. Manches wird gemeinsam beschafft, manches für eine Marke. Um die Nachhaltigkeit in den Lieferketten kümmere ich mich gemeinsam mit meinen Markenkollegen.

Lieferketten sind komplex, es gibt Lieferanten und Unterlieferanten. Wie tief dringen Sie in ihre Lieferketten ein, wenn es um Nachhaltigkeitsherausforderungen geht?

Die Tiefe der Lieferkette ist die eine Herausforderung. Zwischen der Gewinnung der Rohstoffe und dem Verbau fertiger Elemente liegen zahlreiche Stufen. Neben der Tiefe gilt es die Breite einer Lieferkette zu beachten. So kann es auf einer Stufe beispielsweise verschiedene Zwischenhändler geben.

Wir setzen Schwerpunkte: Gemeinsam mit anderen Automobilherstellern haben wir in der Initiative „Drive Sustainability“ eine Studie beauftragt und daraus 16 in unseren Fahrzeugen verbaute Rohstoffe identifiziert, bei denen wir die höchsten Nachhaltigkeitsrisiken sehen und wo wir ganz in die Tiefe gehen. Die Nachhaltigkeitsrisiken sind im ersten Drittel der Lieferkette am größten. Deshalb ist es unser Ziel, bis ganz an die Quelle zu kommen. Für jeden dieser Rohstoffe haben wir eine Roadmap hinterlegt. Und dann wollen wir die Regionen und deren Risiken gut kennen, aus denen unsere Rohstoffe kommen.

Gemeinsame Initiativen in einer Branche bieten also eine Chance, Nachhaltigkeit in der Lieferkette voranzubringen?

„Drive Sustainability“ ist eine Initiative unter dem Dach von CSR Europe und die Lieferketten sind dort ein Thema. Wir fragen uns etwa, ob Nachhaltigkeits-Fragebögen abgestimmt und Audit-Standards harmonisiert werden können. Denn es nützt niemandem, wenn ein Lieferant für jeden Hersteller andere Fragebögen ausfüllen und neue Audits durchlaufen muss. Das standardisieren des Fragebogens haben wir bereits geschafft.

Noch differenzierter müssen wir darüber reden, was gemeinsame nachhaltige Basis ist und ab welchem Punkt Nachhaltigkeitsengagement wettbewerbsdifferenzierend wird. Da sind wir mitten drin.

Und natürlich setzt das Kartellrecht der Zusammenarbeit Grenzen.


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