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Digitale Bildung: Mehr als Informatik und Hardware

John-Mark Smith auf pexels.com

Der Einsatz digitaler Medien und Tools im Unterricht erfordert neue pädagogische Konzepte.

Das ist keine Neuigkeit. Aber vielerorts mangelt es an IT-Infrastruktur und entsprechenden Schulungen für Lehrkräfte. Auch kann das Angebot an digitalen Lern- und Lehrmaterialien überfordern. Einblicke in die Komplexität der „Digital Literacy“.

Von Tong-Jin Smith

In der 5d der Berliner Nelson-Mandela-Schule sind neun Studierende der Freien Universität zu Gast. Sie sind keine angehenden Lehrerkräfte, sondern studieren Publizistik- und Kommunikationswissenschaft und sehen ihre Zukunft eher im Journalismus oder in der PR. Im Rahmen eines Forschungsseminars zu „Media Literacy“ haben sie aber nun einen Workshop zu „Fake News“ entwickelt, den sie mit der 5d durchführen. Parallel dazu untersuchen sie über Interviews, welches Medienbewusstsein die Kinder haben und wie gut das Faktenchecken klappt.

„Unser Augenmerk bei diesem Workshop waren Fake News auf Sozialen Medien, speziell Instagram“, erklären die Studierenden in ihrem Abschlussbericht. „Falsche Informationen auf Plattformen dieser Art zu erkennen, kann eine Herausforderung sein. Und man könnte sagen, dass nur ein geschultes Auge Fakes ausmachen kann.“ Fake News, also falsche Nachrichten, die nur erstellt werden, um ein Publikum in die Irre zu führen und Desinformationen zu verbreiten, die möglicherweise einem Propagandazweck dienen, seien oft sehr geschickt produziert und platziert. Daher sei digitale Medienkompetenz heute so wichtig, insbesondere für die junge Generation, deren Kommunikation und Informationsrecherche bevorzugt online stattfindet.

Fake News erkennen

Zwar zeigen Untersuchungen in verschiedenen westlichen Nationen, dass die Mehrheit der Kinder und Jugendliche ab zehn Jahren durchaus in der Lage ist, online Fake News zu erkennen. Aber eben nicht immer. Es fällt ihnen dann schwer, etwas als falsch zu entlarven, wenn es in ihr eigenes Weltbild passt – genauso wie bei Erwachsenen. Und darin liegt die Gefahr.

Kritisches Lesen sowie das Hinterfragen und Diskutieren von Informationen, die junge Menschen auf verschiedenen Plattformen erhalten, seien erste Schritte zur digitalen Mündigkeit, resümiert die studentische Gruppe. Dabei geht es nicht nur um Nachrichten, sondern grundsätzlich um Informationen, die sie privat, im Rahmen von Schulprojekten oder für Hausaufgaben recherchieren. Kernfragen der digitalen Medienkompetenz sind hier: Stimmen die Fakten, wer hat diese Information veröffentlicht und zu welchem Zweck? Außerdem geht es um ein Bewusstsein für das eigene Onlineverhalten und die Daten, die man im Internet als Spuren hinterlässt und mit denen man sich Zugang zu Informationen „erkauft“. Egal ob bei der Nutzung von Suchmaschinen, dem Liken und Posten auf Sozialen Netzwerken oder beim Vokabellernen mit einer App: Fake News sind nur ein Problemfeld.

Mehr als technisches Know-How

Und damit wird klar, wenn wir über Digitalisierung in der Bildung sprechen, dass es längst nicht mehr nur um technisches Know-How im Sinne der Informatik geht oder den Einsatz von Computern als Lernwerkzeuge. Digitalisierung als Teil der Demokratiebildung fordert neue didaktische Konzepte und wird zur Querschnittsaufgabe aller Fächer und Schulformen.


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