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Die Ökologie steht beim Tannenbaum hintan

Marcelo Cidrack auf Unsplash

Worauf Kunden beim Weihnachtsbaumkauf achten können

Von Ralf Isermann

München (AFP) – Der Weihnachtsbaum gehört für die Deutschen fest zu Weihnachten: In zwei Dritteln der Haushalte stand im vergangenen Jahr ein festlich geschmückter Baum. Mit dem Advent kommt die Verkaufssaison nun in Fahrt. Einige Tipps, worauf zu achten ist:

WELCHER IST DER BELIEBTESTE WEIHNACHTSBAUM?

Die Nordmanntanne ist und bleibt vermutlich auch auf lange Zeit der Liebling der Deutschen. Etwa drei Viertel der Weihnachtsbäume waren zuletzt Nordmanntannen. Weit abgeschlagen auf Platz zwei steht mit zwölf Prozent die Blaufichte. Dahinter folgen Rotfichte und Nobilistanne. Mehr als 90 Prozent der Bäume kommen aus Deutschland.

WELCHE CHARAKTERISTIKA HABEN DIE VERSCHIEDENEN BAUMARTEN?

Die Nordmanntanne wurde wegen ihres gleichmäßigen Wuchses, der weichen Nadeln in sattem Grün und der besonders langen Festigkeit beliebt. Liebhaber der Blaufichte schätzen ihren angenehmen Duft und das schöne Wuchsbild mit stahlblauen Nadeln. Die Nobilistanne ist vom Wuchs her schlanker und hat einen intensiven Nadelduft. Die Rotfichte ist oft preiswerter als die anderen Sorten, ihre Nadeln pieksen allerdings.

KANN EIN WEIHNACHTSBAUM ÖKOLOGISCH SINNVOLL SEIN?

Weihnachtsbaum und Ökologie stehen in der bisherigen Praxis nach Einschätzung von Naturschützern im krassen Widerspruch. Die meisten Bäume stammen aus eigens angelegten Weihnachtsbaumkulturen, die für den optimalen Wuchs gespritzt und gedüngt werden. Der Bundesverband der Weihnachtsbaumerzeuger nennt dagegen den Einsatz von Düngemitteln im Vergleich zum regulären Ackerbau gering, auch aus Sicht der Kohlendioxidbilanz sei der Anbau auf landwirtschaftftlichen Flächen positiv.

GIBT ES AUCH ÖKOWEIHNACHTSBÄUME?

Es gibt sie – der Marktanteil ist aber verschwindend gering. Laut der Umweltschutzorganisation Robin Wood waren im Jahr 2017 nur 0,37 Prozent der Weihnachtsbäume ökologisch, in diesem Jahr werden weiter weniger als 0,5 Prozent erwartet.

WORAN LASSEN SICH ÖKOLOGISCHE BÄUME ERKENNEN?

Gängige Ökosiegel wie Naturland, Bioland, Demeter oder das Biosiegel der Europäischen Union gibt es auch beim Weihnachtsbaum. Bäume mit FSC-Zertifikat werden ohne Einsatz von Pestiziden und Mineraldünger gezogen. Immerhin stieg die Zahl der Verkaufsstellen mit ökologischen Bäumen auf einen neuen Rekordstand von 700, Robin Wood veröffentlicht die Listen dazu auf seiner Homepage.

WIEVIEL GELD MUSS ICH ANLEGEN?

Die Spanne ist sehr groß und abhängig von Qualität und Größe, aber auch von der Verkaufsstelle. Die günstigsten Weihnachtsbäume gab es im vergangenen Jahr in Baumärkten, am meisten gaben die Deutschen bei den Weihnachtsbaumhändlern mit ihren Saisonverkaufsständen aus. Im Durchschnitt zahlten die Deutschen nach einer von Faktenkontor veröffentlichten Umfrage 32,30 Euro pro Baum, die Mehrheit kaufte in der Preisspanne zwischen 20 und 30 Euro.

WIE HALTE ICH DEN BAUM VOR DEM AUFSTELLEN FRISCH?

Wer den Baum nach dem Kauf noch nicht aufstellt, sollte ihn im Netz an einer sonnen- und windgeschützten Stelle im Freien oder in einer kühlen Garage aufbewahren. Um das Austrocknen zu verhindern, sollte der Baum in einen Eimer Wasser gestellt werden.

WAS IST RUND UM DAS AUFSTELLEN WICHTIG?

Der Baum sollte am besten schon einen Tag vor dem Schmücken aufgestellt werden, damit die Äste wieder in die richtige Position kommen. Er sollte im Netz aufgestellt werden, das Netz sollte dann von unten nach oben aufgeschnitten werden. Ein etwa zwei Meter hoher Baum benötigt zwei Liter Wasser am Tag. Es ist ratsam, den Baum vor dem Aufstellen etwa zwei Zentimeter frisch anzuschneiden und später täglich zu gießen.

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